Holzschutzmittel & Biozide

Biozide sind notwendig, um bestimmte Bauteile in Innenräumen zu schützen und deren Wert zu erhalten. Die heute verwendeten Produkte werden kontrolliert und nur in bestimmten Fällen eingesetzt. In der Vergangenheit wurden mitunter problematische Zubereitungen als Holzschutzmittel in Innenräumen eingesetzt, in seltenen Fällen kann man diese auch heute noch nachweisen. Abhängig von der Belastung in der Raumluft, im Hausstaub oder im behandelten Holz, sind Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen. Für sichtbare Flächen, Möbel oder dergleichen wird eine Verwendung von wirkstoffhältigen Holzschutzmitteln in der Regel nicht empfohlen.

 

Abbildung: Bei Verkleidungen oder dergleichen kommen biozidfreie Holzbehandlungen zum Einsatz.

Bis in die achziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Holzschutzmittel eingesetzt, die Pentachlorphenol (PCP) als Fungizid und/oder Lindan als Insektizid enthielten. PCP ist eine beständige, geruchlose Substanz, die ein starkes Gift für Bakterien, Algen, Pilze und Hefen darstellt. Infolgedessen wurde PCP in Europa bis Mitte der achziger Jahre überwiegend als Fungizid für Holz oder Holzprodukte, Leder oder Seile eingesetzt. Weiters fand diese Substanz als Fungizid in der Papier- und Zellstoffindustrie, als Konservierungsmittel bei Dispersionsfarben und in der Landwirtschaft Verwendung. In vielen Entwicklungsländern wird PCP nach wie vor eingesetzt.

 

In Österreich wurde PCP mittlerweile in allen Anwendungsbereichen wegen seiner akuten und chronischen Toxizität sowie wegen des Gehalts an Dioxinen und Furanen verboten. Trotzdem werden auch noch in Räumen, die vor Jahrzehnten mit solchen Holzschutzmitteln behandelt wurden, mitunter hohe Werte von PCP und dem meist gemeinsam verwendeten Lindan nachgewiesen. Lindan (gamma-Hexachlorcyclohexan) verhält sich in seiner Mobilität ähnlich dem PCP, allerdings steht diese Substanz nicht unter Verdacht, krebserregend zu sein.

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