Gesundheitliche Auswirkungen

Die gesundheitliche Gefährdung des Menschen durch die Inhalation von Radon in Gebäuden ist mittlerweile unbestritten. Zahlreiche internationale und nationale Gesundheits- und Strahlenschutzbehörden bestätigen dies. Neben dem Rauchen gilt Radon als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

 

Im September 2009 hat die WHO ihr „WHO Handbook on Indoor Radon“ veröffentlicht, in dem konkrete Empfehlungen zur Begrenzung der Innenraumbelastung durch Radon gegeben werden. Als Ergebnis weltweiter epidemiologischer Studien bestätigt die WHO, dass Radon in Innenräumen nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs darstellt. Da die meisten Menschen eher niedrigen und durchschnittlichen Radonkonzentrationen in ihren Häusern ausgesetzt sind, tritt die Mehrzahl der Lungenkrebserkrankungen auch bei Expositionen in dieser Höhe auf und nicht – wie oftmals, aber unrichtigerweise angenommen – bei sehr hohen Radonkonzentrationen. Daher empfiehlt die WHO eine Radonkonzentration von 100 Bq/m3 in Wohngebäuden, die nicht überschritten werden soll.

Quelle: BAG

Die größte gesundheitliche Gefährdung geht nicht vom radioaktiven Edelgas Radon selbst, sondern von seinen kurzlebigen - ebenfalls radioaktiven - festen Zerfallsprodukten aus. Hierzu zählen beispielsweise Po-218 (Halbwertszeit: 3,05 min), Bi-214 (Halbwertszeit: 19,9 min) oder Pb-214 (Halbwertszeit: 26,8 min). Die Zerfallsprodukte sind kurzzeitig elektrisch geladen und lagern sich an Aerosolen und Staubkörnern in der Luft an. In dieser Form gelangen sie in die Lunge. Radon selbst wird sehr schnell wieder ausgeatmet, wohingegen die Zerfallsprodukte am Lungen- und Bronchialgewebe "haften" bleiben. Hier führt ihr Zerfall zu einer intensiven Strahlenbelastung des umgebenden Bronchialepithels.

In Österreich wurden Richtwerte für Radon publiziert.

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