Vorsorgemaßnahmen

Beim Bau in Radonrisikogebieten muss die ÖNORM S 5280 Teil 2, Technische Vorsorgemaßnahmen bei Gebäuden beachtet werden. Es ist aber auch sinnvoll, mittels einfachen Maßnahmen die Radonkonzentration auch dann zu senken, wenn sie unter den Richtwerten liegt. Die ÖNORM S 5280 Teil 3 beschreibt die Maßnahmen, die in bestehenden Gebäuden sinnvoll sind.

 

Die ÖNORM S 5280 Teil 2 ist beim Bau neuer Häuser bzw. bei Generalsanierungen in Radonrisikogebieten verpflichtend, da sie in den Kommentaren zur OIB Richtlinie 3 angeführt wird (gilt derzeit nur für die Bundesländer, in denen die OIB-Richtlinie 3 als Grundlage der Bauordnung gilt). Eine Nichtbeachtung kann zu hohen Radonkonzentrationen und rechtlich zu schwerwiegenden Regressforderungen führen.

 

Bei Vorsorgemaßnahmen im Strahlenschutz verwendet man das allgemein akzeptierte Modell, dass besagt, daß das Lungenkrebsrisiko gleichmäßig (linear) mit der Radonkonzentration steigt. Das bedeutet, dass ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko nicht erst ab einem bestimmten Wert auftritt, sondern ein Richt- oder Grenzwert nur die Größe des Risikos in sinnvoller Weise anderen bestehenden Risken anpasst. Einen Richt- oder Grenzwert zu erreichen, bedeutet also ein (gesellschaftlich) noch akzeptiertes Risiko einzugehen.

 

Wesentliche Vorbeugemaßnahmen (ÖNORM S 5280 Teil 2)

  • Vermeidung von Unterkellerung
  • Abdichtung des Kellerbodens
  • Unterbodenbelüftung
  • Dichte Kellertüren zu Wohnbereichen, dichte Schächte und Leitungsdurchführungen
  • Keine reinen Abluftanlagen im Wohnbereich
  • Ausreichende Be- und Entlüftung der Wohnbereiche (Komfortlüftung)

 

Mit einer Komfortlüftung können Sie durch den regelmäßigen Luftaustausch die Radonbelastung in Ihrem Gebäude deutlich reduzieren. Studien zeigen, dass die mittlere Radonkonzentration in mechanisch belüfteten Häusern unterhalb von solchen mit reiner Fensterlüftung liegt.

 

In Radongebieten sollte die Ansaugung der Frischluft zumindest 3 m über dem Erdreich erfolgen. Erdwärmetauscher sollten als Sole-Erdwärmetauscher und nicht als Luft-Erdwärmetauscher ausgeführt werden.

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