Hygiene in Raumlufttechnischen Anlagen

Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) stellen eine mögliche Quelle für Keime und andere Verunreinigungen in der Raumluft dar. Aus diesem Grund wurden diverse Normen und Richtlinien zum hygienisch einwandfreien Betrieb dieser Anlagen erarbeitet.

Abbildung: Stark verschmutzte Luftleitung

Die ÖNORM H 6021 beschreibt die Reinhaltung und Reinigung bei der Planung, Lieferung, Lagerung, Montage und der laufenden Kontrolle von lüftungstechnischen Anlagen in Gebäuden. Es wird dabei insbesondere Bezug auf die technische Funktion, den vorbeugenden Brandschutz und die hygienischen Ansprüche genommen.

 

In der VDI-Richtlinie 6022 werden die Anforderungen an die Planung, Herstellung und Errichtung sowie an den Betrieb und die Instandhaltung von RLT-Anlagen festgelegt und ergänzend werden die Messverfahren und Methoden bei Hygieneinspektionen beschrieben. Die VDI 6022 ist als "Stand der Technik" bei Wartung und Betrieb von RLT-Anlagen anzusehen. Wichtig ist auch Legionellenbefall und Ausbreitung zu verhindern.

 

Ein regelkonformer Anlagenbetrieb erfordert wiederholte Hygieneinspektionen durch eine Fachkraft. Abhängig vom Anlagentyp ist eine solche Hygieneinspektion an RLT-Anlagen alle 2 oder 3 Jahre notwendig.

Abbildung: Wassereintritt in Luft-Erdwärmetauscher

Neuerrichtung von Anlagen

Beim Neuerrichtung von RLT-Anlagen sollte schon beim Errichten die ÖNORM H 6021 sowie die VDI 6022 beachtet werden, bei Lüftungsanlagen die Vorgaben der "Komfortlüftungsanlage". Beispielsweise kann die Montage von Kanalteilen, die nicht den hygienischen Vorgaben der Richtlinien entsprechen mit hohen Folgekosten für die nachträgliche Reinigung und Desinfektion der fertig gestellten Kanäle verbunden sein. Der Bauherr hat Anspruch auf eine mangelfreie Leistung und diese wird durch den "Stand der Technik" definiert.

 

Ein Luft-Erdwärmetauscher wird nicht mehr empfohlen, es empfiehlt sich, gegebenenfalls einen Sole-Wärmetauscher einzusetzen.

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