Schimmel

"Schimmel" ist der Sammelbegriff für einen sichtbaren Befall an Materialien, Wänden oder Textilien, der sich als Verfärbung oder Mycelbildung zeigt. Meist handelt es sich um eine Lebensgemeinschaft von Schimmelpilzen, Bakterien (bspw. Actinomyceten) und anderen Mikroorganismen. Schimmel kann aber auch verdeckt wachsen, in solchen Fällen zeigt sich das Wachstum meist durch einen charakteristischen Geruch.

 

In Innenräumen findet man immer Pilzsporen, Zellbruchstücke und Toxine von Mikroorganismen, die sich als mikroskopisch kleine Schwebeteilchen in der Raumluft befinden. Bei den allergischen Erkrankungen des Menschen sind Schimmelpilze zu etwa einem Drittel beteiligt. 

 

Von Schimmelpilzen freigesetzte Sporen gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen. Schimmelpilzsporen sind zu etwa einem Drittel an den allergischen Erkrankungen des Menschen beteiligt. Eine merkbare Differenz zwischen Innen- und Außenluftkonzentration an Schimmelpilzsporen kann einen Hinweis auf eine Schimmelpilzquelle im Innenraumbereich darstellen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass allergische Symptome ausgelöst werden. Eine erhöhte Belastung mit mikrobiellen Bestandteilen bedeutet aber auch für Nicht-Allergiker das Risiko einer möglichen Gesundheitsschädigung. Es sind auch toxische und Reiz-Wirkungen dieser Partikel und Moleküle in Betracht zu ziehen. Ein zusätzliches Infektionsrisiko durch bestimmte Pilze betrifft im Allgemeinen nur Personen mit einer Schwächung des Immunsystems.

Die in der Innenraumluft vorhandenen Pilzsporen und -bestandteile stammen in der Regel aus der Außenluft, Innenraumquellen sind unerwünscht. Die Konzentration ist weitgehend von den örtlichen Gegebenheiten (bautechnische Situation, Nutzerverhalten, Lüftungssituation usw.) abhängig und wird zusätzlich durch die Außenluftbedingungen (Jahreszeit) mitbestimmt. Ähnlich wie Staub können sich Pilzsporen auf den Oberflächen von Böden, Wänden und Einrichtungsgegenständen absetzen.

 

 

  

 

Abbildung: Schimmelbefall ist häufig auf unzureichende Lüftung in Verbindung mit zu wenig Heizen zurückzuführen, weitere wichtige Ursachen sind Baumängel und Wasserschäden

In der Praxis findet man Schimmelpilzbefall in Innenräumen vor allem bei folgenden Risikosituationen (oft in Kombination mehrerer Faktoren):

  • Es existieren sogenannte Wärmebrücken an den Außenwänden, wodurch die Wandtemperatur bei kalten Außentemperaturen den Taupunkt unterschreitet. Dies führt dazu, dass sich Luftfeuchtigkeit aus der Raumluft an den Außenwänden niederschlägt. Besondere Gefahr besteht bei innen angebrachten Wärmedämmungen oder Vorsatzschalen. Schimmel wächst in Wandnähe schon bei Luftfeuchten um die 80 %.
  • In den Räumen wird durch Pflanzen, Aquarien, das Aufhängen von Wäsche, aber auch durch Atmung und Transpiration Feuchtigkeit produziert, die infolge einer unzureichenden Lüftung nicht abgeführt wird.
  • Die Räume werden zu wenig beheizt und zu wenig belüftet bzw. können nicht ausreichend über Fenster belüftet werden.
  • Möbelstücke oder andere Einrichtungsgegenstände stehen dicht an Außenwänden und behindern die freie Anströmbarkeit der Wandoberfläche.
  • Vom Boden oder über erdberührte Wände wird Grund- oder Hangwasser bzw. Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch die Kapillarwirkung des Baumaterials nach oben geleitet (aufsteigende oder seitlich eintretende Feuchte).  
  • Es besteht ein Wasserschaden (undichte wasserführende Leitungen, Haarrisse, schadhafte Dachrinnen).
  • Schäden durch Hochwasser oder Löschwasser

Weitere umfangreiche Informationen zu gesundheitlichen AuswirkungenSchimmelbegutachtung, Bewertung und Sanierung finden Sie im Expertenbereich! Hier finden Sie auch Informationen zu schwarzen Schafen ("Unnötiges, Schwindel, Betrug") wie beispielsweise das "Kaltvernebeln" von Innenräumen als Sanierungsversuch.

 

Texte & Links zu Schimmel finden Sie hier.

raumluft.org » Mensch - Umwelt - Gesundheit Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt